Frühlingskonzerte '26

So. 3. Mai 17.00 Uhr - Kirche Gächlingen
Sa. 9. Mai 19.00 Uhr - Chrischona Hallau

Die Brass Band Hallau mit Heinz Baumgartner konzertiert voller Intensität und Harmonie. (Bild: EMG)

Wenn Musik die Herzen berührt.

«Frühlingskonzerte» nannte die Brass Band Hallau ihre Auftritte, zum einen in der Kirche Gächlingen unter Mitwirkung der YoungBrass, und zum anderen am vergangenen Samstag in der Chrischona Hallau, wo das Publikum einmal mehr in den Genuss eines musikalischen Meisterwerks und einer Hommage an die Blütenpracht des Frühlings kam.

Hallau | Im Foyer der Chrischona knisterte es vor lauter freudiger Erwartung. Da gruppierten sich die Musizierenden in ihren feierlichen Gewändern, den glänzenden Instrumenten und lächelten Willkommen heissend. Ein überaus sympathischer Empfang für die eintreffenden Gäste.

Das Feuerwerk am Anfang

Und da sassen sie, die Musikantinnen und Musikanten, bereit für ihren grossen Auftritt an diesem wunderbaren Frühlingsabend. Ihr Leiter, Heinz Baumgartner, verbeugte sich dankend vor dem Publikum für den Willkommensapplaus und wandte sich danach mit aufmunternder Geste an die Brass Band Formation. «Prismatic light» von Alan Fernie, ein bares Feuerwerk von kunstvollen musikalischen Variationen und aus erwählten Klangwelten, die man in dieser Perfektion wohl selten zu hören be kommt, sorgte gleich zu Anfang für Hühnerhauteffekte. Energievoll und mit lebhaften Rhythmen vervollkommnet.

Barbara Mäder am Flügelhorn, die durch den Konzertabend führte, verglich das Farbenspiel des Prismas mit der Verschiedenheit der Menschen, was auch das folgende Stück «Countryside and common people» von demselben Komponisten ergänzte und mit unglaublich sanften Einlagen die Seele wärmte. Der schlichte Choral «Deep Harmonie» von Handel Parker weckte die Sehnsucht nach Harmonie und Frieden, die in jedem Menschen schlummert.

Geradezu ergreifend vereinten sich die Instrumente wie etwa Euphonium und Bariton, eine emotionale Performance. «There will be God» von Richard Philips lässt sich am besten mit «Gott wird da sein» übersetzen. Barbara Mäder wies daraufhin, dass wir in schwierigen Situationen auf Gott vertrauen können, wie einem Felsen, an dem man sich festhalten könne. Diese Metapher wurde durch das Solo von Daniel Heusi am Euphonium noch verstärkt. Er entlockte seinem Instrument geradezu warme und lyrische Melodien und die Brass Band setzte mit fliessenden und geschmeidigen Übergängen ein. Ein weiteres wunderbares musikalisches Wunderwerk erfüllte den Raum, erfüllte die Herzen aller Anwesen den. «Musik sagt mehr als viele Worte», kommentierte Barbara Mäder das brillante Werk.

Kraft und Ausdauer

Man kann sich schon fragen, woher die Musikantinnen und Musikanten der Brass Band ihre Kraft und Ausdauer schöpfen, die während der sehr anspruchsvollen Stücke nichts an ihrer Ausdruckskraft verloren. Das lag sicher auch an ihrem Dirigenten Heinz Baumgartner, der die Brass Band, deren Grundbesetzung seit vielen Jahren eine Einheit bildet, mit grossem Engagement leitet. Gefühlsbetont und so, als lebe er mittendrin in den musikalischen Geschichten, von denen die Stücke aus den verschiedensten Musikrichtungen erzählen. Der Konzertabend war er füllt von einer wunderbaren musikalischen Vielfalt, gleich dem Frühling mit seiner reichen Blütenpracht. Die Wechsel, so zum Beispiel mit «Croydon Citadel» von Brandley Broon, einem recht flotten Heilsarmee Marsch, gefolgt von «Concurrence», ein Stück voller rhythmischer Spannungen und zuweilen fast sphärischen Einlagen, um sich überraschend in schlichter Harmonie wiederzufinden.

Diese akkuraten Nuancen wusste die Band mit packender Intensität hervorzubringen. Facettenreich und erst noch mit auffallender Spielfreude. Das offenbarte sich insbesondere in einer recht eigen willigen und sehr anspruchsvollen Version von «Amazing Grace».

Die Pause und das grosse Finale

Die kurze Pause, draussen unter freiem Abendhimmel und mit einem erfrischen den Getränk, war sowohl für die Konzertbesucher und die Musizierenden erholsam. Auf diese Weise konnten die Mitglieder der Brass Band Hallau ihre Lungen erfrischen und die Besucher die Tiefe des schöpferischen Konzerts nach wirken lassen. Auch der zweite Teil der musikalischen Darbietungen punktete mit lauter Überraschungen. «Grande Poderoso» von Simon Morton packte einen mit kräftigen und ausschweifenden Klängen. Um nur einige, weitere musikalische Wunderwerke zu nennen: Sogar Wolfgang Amadeus Mozart war mit «Nottingham» vertreten, das von Goff Richards für Brass Bands und Blasorchester arrangiert wurde. Eine Hymne mit enormem Tiefgang.

Alle Stücke interpretierte die Brass Band mit grosser Sensibilität. Berührend. So auch die vielen Zugaben, die in das grosse Finale, mit der Hymne, «Have Thine Own Way Lord», einem klassischen Kirchenlied mündete. Warmherzig und nachhaltig wie alles an diesem bereichernden Konzertabend. (kan)

Klettgauer Bote Ausgabe 12. Mai 2026